Liebe Besucher
Sie haben den achten Punkt der Südroute des GeschichtsPfades in Inden/Altdorf gefunden. Dieser Punkt ist Teil eines Projektes in allen Orten der Gemeinde Inden. Wenn Sie näheres dazu wissen möchtet, finden Sie alles weitere HIER
Der GeschichtsPfad in Inden/Altdorf besteht insgesamt aus 22 Punkten, die Sie in zwei Rundgängen erleben können. Näheres dazu finden Sie HIER
Unten finden Sie Infos zum Standort. Über die nachstehenden Symbole sind diese Informationen in verschiedene Sprachen übersetzt, ebenso in „Leichter Sprache“ und in Audioversion.
Erinnerung an Inden
Im Bereich der Ortschaft Inden und der näheren Umgebung wurden eine Reihe von römischen Landgütern und fränkische Begräbnisplätze gefunden, die in ihrer Zahl und zum Teil in ihrer Größe bemerkenswert waren. Ob hier von einer kontinuierlichen Besiedlung ausgegangen werden kann, müssen weitere Forschungen belegen. Seit dem Hochmittelalter bestimmen die Grafen, später die Herzöge von Jülich Jahrhunderte lang das Leben der Menschen. Inden, Altdorf und Kirchberg bilden einen Dingstuhl, einen Gerichtsbezirk, an dem Schöffen aus den Dörfern Recht sprechen und das zivile Gemeindeleben verwalten. Inden gehört mit Altdorf und Pattern zur Pfarre Geuenich, wo die Mutterkirche des Kirchspiels steht. In Inden hat das Domkapitel zu Köln 1220 einen Hof mit Kapelle.
Zwischen 1568 und 1714 ist das Herzogtum Jülich vielfach Durchmarschgebiet verschiedenster Kriegsheere. Das Jülicher Umland wird in weitem Umkreis geplündert. Und zwar von den eigenen Truppen wie auch von den Besatzern. Für die Landbevölkerung bedeutet das: Raub und Brandschatzung, Mord und Schändung. Mit den Söldnerscharen kommen nicht nur Not, Elend und Hungersnot, sondern auch Seuchen wie Ruhr, Pest und Cholera.
Mit dem Einmarsch der französischen Revolutionsarmee sind 1794 auch die Tage des Herzogtums Jülich gezählt. Jetzt werden Dinge möglich, die bisher undenkbar gewesen sind. So auch die Auflösung der Pfarre Geuenich. Pattern und Inden werden zu selbständigen Pfarreien, Altdorf nicht. Und das gibt Streit. Dazu mehr bei Station S06 „Geuenich“.
1799 hat Inden 706 Einwohner. Unter preußischer Herrschaft entwickelt sich im 19. Jahrhundert das bisher bäuerliche Dorf zu einem ländlichen Wirtschaftszentrum von regionaler Bedeutung. Die Reformierten gründen eine eigene Gemeinde, bauen eine Kirche, gründen eine eigene Schule. Arzt und Apotheker lassen sich nieder, eine Post kommt ins Dorf, Handel und Handwerk blühen auf. Die Lage am Schnittpunkt der Provinzialstraßen Düren–Aldenhoven und Jülich-Eschweiler ist ein Standortvorteil. Die Dorfstraßen werden gepflastert und Brücken gebaut. Die Bahnstrecke Stolberg-Jülich-Mönchengladbach entsteht 1873, sie wird 110 Jahre lang in Betrieb sein. Inden erhält einen Bahnhof. Die ansässigen Industriebetriebe expandieren und neue siedeln sich an, die viele Arbeitsplätze bieten. 1894-1897 wird anstelle der alten Domhofskapelle eine neue größere katholische Kirche gebaut, da die Einwohnerzahl sich verdoppelt hat. Eine Wasserleitung wird 1912 in Betrieb genommen, 1927 wird die Straßenbahnlinie Düren–Pier bis nach Inden verlängert. Das „Kloster“ der Cellitinnen mit Kranken- und Wöchnerinnenstation, Altenpflege und Kindergarten wird 1929 gebaut.
Die Parolen der Nationalsozialisten finden schon früh in Inden glühende Anhänger. Der 2. Weltkrieg, ausgelöst durch den Größenwahn des Nazi-Regimes, fordert einen hohen Blutzoll. Die Kämpfe zwischen den amerikanischen und deutschen Truppen um den Inde- und Rurübergang im Herbst/Winter 1944/45 haben weite Teile der Region in Schutt und Asche versinken lassen, so auch Inden. Nach einem halben Jahr der Evakuierung finden die Heimkehrer 1945 ihre Heimat schwer verwüstet vor. Zehn Jahre nach Kriegsende sind die zerstörten Häuser wieder aufgebaut und neue Siedlungen entstehen. Die örtliche Industrie erholt sich jedoch nie wieder. Ab 1955 können die Schulkinder die neue Volksschule, die „Parkschule“ besuchen. Sie steht auf dem Gelände der Villa des jüdischen Industriellen Walter Lichtenstein, der in die Schweiz fliehen konnte.
Das neue Kraftwerk Weisweiler und die 1956 beginnenden Arbeiten für den Aufschluss des „Tagebau Inden“ bieten Arbeitsplätze in vorher nicht gekanntem Ausmaß. Die Indener Einwohnerzahl steigt auf 2300.
Im Juni 1981 beginnen die ersten Informationsveranstaltungen zur Umsiedlung, die 1991 beginnt. Bis 1999 haben alle Einwohner das Dorf verlassen, die Umsiedlung ist abgeschlossen.
- Januar 1998, 12.00 Uhr. Eine Baggerschaufel reißt den Turm der evangelischen Kirche in der Mühlenstraße herunter. Das „Klömpche“, wie sie im Volksmund liebevoll genannt wurde, ist nicht mehr.
- Juni 2000, 10.00 Uhr. Der erste Schlag der Abrissbirne gegen den Turm der katholischen Kirche lässt die Zuschauer erschaudern.
Das Kreuz an diesem Standort ist das Hochkreuz vom ehemaligen Friedhof an der Indener Kirche.






