Gut Merödgen, Schul- und Sportzentrum
Höfe und Siedlungen mit Namen, die an eine Rodung erinnern, entstanden meistens zwischen dem 10. und 14. Jahrhundert. Dazu gehört auch Merödgen. Der Name bedeutet „meine kleine Rodung“. Zum ersten Mal wurde Merödgen im Jahr 1341 in einer Urkunde erwähnt. Über viele Jahrhunderte waren die Besitzer des Gutes auch Erbförster der Wehrmeisterei. Durch Heirat und Erbschaft besaßen sie später auch Höfe in Inden, Luchem und Frenz.
Durch eine Heirat kam der Frenzer Hof in der Mitte des 16. Jahrhunderts an die Familie von Goltstein. Diese Familie stammte aus Schloss Breyell bei Nettetal. Die Familie von Goltstein zu Frenz und Merödgen gehörte schon früh zur reformierten Kirche. Auf Gut Merödgen wurden viele Jahre lang Gottesdienste gefeiert. Die evangelische Gemeinde in Inden wurde 1823 gegründet. Sie nannte sich „Unierte evangelische Gemeinde von Inden, Merödchen und Vercken“.
Carl Freiherr von Goltstein zu Frenz, Merödgen und Beeck war später für die Geschichte unserer Gemeinde sehr wichtig. Im Jahr 1821 begann er mit dem Braunkohleabbau im Westen des Rheinlands. Mehr darüber erfahren Sie an der Station „N06 Anfänge der Braunkohlegewinnung im Westrevier“.
Freiherr von Goltstein lebte und arbeitete zwar auf Gut Merödgen. Das Gut gehörte aber seiner Schwester Charlotte Freiin von Goltstein. Durch ihre Nachkommen kam das Gut später an die Familie von Zandt. Diese Familie lebte auf Schloss Seehof bei Bamberg. Die letzte Bewohnerin dieser Familie war Emi Freiin von Zandt. Sie starb am 9. April 1944 in Merödgen. Im April 1945 brannte das Herrenhaus von Merödgen vollständig ab. Nur die Grundmauern blieben stehen.

Gut Merödgen, Innenhof um 1900/1910. Das Herrenhaus mit Glockentürmchen und Stufengiebel. Links das Torhaus mit durchfahrender Kutsche, daran anschließend nach rechts Wohngebäude, Gesindeeingang mit Treppe zum Küchenbau. Ganz rechts die Terrasse mit Nussbaum vor dem Haupteingang.
Im Jahr 1963 wurde Merödgen an die Rheinischen Braunkohlewerke AG verkauft. Diese verkaufte das Gut später an das damalige Amt Lucherberg. Mit dem Kauf von Gut Merödgen begann die Entwicklung zur heutigen Gemeinde Inden.
Im Juni 1968 schlossen sich die Gemeinden Altdorf, Inden, Frenz, Lamersdorf, Lucherberg, Pier und Schophoven zusammen. Sie lagen teilweise in verschiedenen Kreisen. Gemeinsam gründeten sie den „Schulverband Inden-Lucherberg“. Das geschah mit Blick auf eine spätere Neuordnung der Gemeinden. Bis Juni 1972 wurde auf der Nordseite des Gutes das „Schulzentrum Merödgen“ gebaut. Dort gab es zuerst eine Hauptschule mit drei Klassen pro Jahrgang. Die großen Sportanlagen wurden als Ersatz für die Sportplätze gebaut, die wegen der Umsiedlungen weggefallen waren.

Im Jahr 1989 endete der Vertrag mit der Familie, die das Gut viele Jahre lang bewirtschaftet hatte.
Die Gemeinde Inden wollte auf dem Gut eine Jugendbegegnungsstätte einrichten.
Das Projekt war jedoch zu teuer und wurde nicht umgesetzt. Im Jahr 1993 kaufte das Bauunternehmen Schüssler GmbH & Co. KG aus Jülich die Hofanlage. Zusammen mit dem Caritasverband Düren-Jülich e. V. wollte das Unternehmen dort das Projekt „Wohnanlage Gut Merödgen“ verwirklichen.
Die alten Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Sie wurden durch ein neues, mehrstöckiges Gebäude ergänzt. Dadurch sieht die Hofanlage heute wieder wie ein geschlossenes Ganzes aus.
In 52 Wohnungen verschiedener Größe leben alleinstehende Menschen und Familien.
In der früheren Scheune wurde das Hotel-Restaurant „Gut Merödgen“ eingerichtet. Es bestand von Mai 2000 bis zur Flut im Juli 2021.
Heute werden die Räume des früheren Hotel-Restaurants genutzt, um geflüchtete Menschen unterzubringen.In der ehemaligen Scheune entstand das Hotel-Restaurant „Gut Merödgen“, das von Mai 2000 bis zur Flut im Juli 2021 existierte.
Heute dient das ehemalige Hotel-Restaurant zur Unterbringung von Flüchtlingen.
