Evangelische Gemeinde

Vor dem Umzug in den neuen Ort waren ungefähr 10 von 100 Menschen in der Gemeinde Inden evangelisch. Die meisten anderen Menschen waren katholisch.

Die Geschichte der evangelischen Gemeinde ist sehr alt. Schon im 16. Jahrhundert schlossen sich einige adelige Familien aus Pattern, Pier und der Nähe von Lamersdorf der Reformation an. Die Reformation war eine religiöse Bewegung, aus der die evangelische Kirche entstand. Sie gehörten zur reformierten Kirch des Herzogtums Jülich an. Diese gab es schon seit dem Jahr 1611.

Im 17. Jahrhundert kamen auch Protestanten aus den Niederlanden nach Pattern. Man nannte sie damals „Geusen“.

Damals hatten evangelische Menschen keine eigene Kirche. Deshalb feierten sie ihre Gottesdienste in privaten Häusern. Von 1634 bis 1649 hielt Wilhelm Nobis aus Inden Gottesdienste für die evangelische Gemeinde. Er predigte auf Haus Ahr in Pattern.

Im Jahr 1777 wollten evangelische Eltern, dass ihre Kinder gut unterrichtet werden. Sie stellten einen Privatlehrer ein. Sein Name war Herr Schick von Hörstgen.

Generalsbau mit Evangelischer Schule um 1890

Einige Jahre später wurde eine richtige evangelische Schule geplant. Dafür kaufte man 1788 ein Grundstück in Inden an der Ecke Kirchstraße und Mühlenstraße. Die Schule wurde 1790 fertig. Sie wurde „Generalsbau“ genannt, weil ein General aus Jülich den Bau unterstützt hatte.

In dem Gebäude waren die Schule und die Wohnung für den Lehrer.

Im Jahr 1817 schenkte Diederich Bausch aus Inden der evangelischen Gemeinde ein Stück Land. Es lag in der Nähe der früheren Kirche von Geuenich. Im Jahr 1820 wurde dort ein eigener evangelischer Friedhof eingeweiht.

Vor der heutigen Kirche steht ein Obelisk aus Blaustein. Das ist ein hoher Stein mit einer Spitze. Er erinnert an Johann Peter Bausch, der damals Kirchmeister war. Früher stand der Stein auf dem alten Friedhof „Im Bongard“.

©Evangelische Gemeinde Inden

Im Jahr 1820 lebten 115 evangelische Menschen in Inden, Merödgen und Vercken. Sie wohnten weit weg von ihrer Kirche in Jülich. Der Weg dauerte ungefähr zwei Stunden.

Deswegen baten sie darum, regelmäßig Gottesdienste in Inden feiern zu dürfen. Sie sagten auch: Wir möchten auf eigene Kosten eine Kirche bauen.

Im Jahr 1823 durfte die Gemeinde selbstständig werden. Sie hieß nun „Unierte evangelische Gemeinde von Inden, Merödgen und Vercken“. Am 13. Oktober 1824 wurde die neue Gemeinde offiziell gegründet.

Evangelische Kirche um 1910

Danach begann sofort der Bau einer eigenen Kirche. Sie stand gegenüber vom Generalsbau. Die Menschen nannten die Kirche liebevoll „Klömpche“.

Kanzel um 1910, ©Evangelische Gemeinde Inden

Im Jahr 1840 schenkte die evangelische Gemeinde aus Düren der Kirche in Inden eine Kanzel. Von dort spricht die Pastorin oder der Pastor während eines Gottesdienstes.

Der Altar in der Kirche war wahrscheinlich von Anfang an da. Er besteht aus einem schweren Holztisch, der auf vier Säulen steht.

1854 bekam die Kirche auch eine Orgel aus Eschweiler. 1910 schenkte W. Roland aus Inden der Kirche eine neue Orgel.

Die alten Glocken wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Im Jahr 1953 bekam die Kirche eine neue Glocke aus Eisen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Menschen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten in die Region. Sie waren auf der Flucht oder wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Dadurch wurde die evangelische Gemeinde immer größer.

Deshalb baute die Gemeinde 1965 in Langerwehe eine zweite Kirche: die Paul-Gerhardt-Kirche.

Heute gehören ungefähr 1.700 Menschen zur evangelischen Gemeinde Inden. Etwa die Hälfte lebt in Inden, die andere Hälfte in Langerwehe.

Als Inden umgesiedelt wurde, entschied sich die evangelische Gemeinde für ein neues Gemeindezentrum in Inden/Altdorf. Der Architekt Karlhans Pfleiderer aus Neuss plante das Gebäude.

Am 26. April 1997 wurde der Grundstein gelegt. Das bedeutet: Der Bau der neuen Kirche begann. Am 25. Oktober 1998 wurde das Gemeindezentrum eröffnet.

Der letzte Gottesdienst im alten „Klömpche“ fand am 29. Juni 1997 statt. Viele Gegenstände aus der alten Kirche wurden repariert und in das neue Gemeindezentrum gebracht.

Für das neue Gebäude kaufte die Gemeinde drei neue Glocken. Sie tragen lateinische Namen: „solus christus“ (allein Christus), „sola gratia“ (allein durch Gnade) und „sola fide“ (allein durch Glauben).

Bei der Grundsteinlegung wurden die Glocken zum ersten Mal geläutet.

Im Jahr 2021 gab es ein schweres Hochwasser. Auch das Gemeindezentrum wurde überflutet. Die Einrichtung im Inneren wurde stark beschädigt.

Viele Menschen halfen freiwillig mit. Gemeinsam bauten die Mitglieder der Gemeinde das Zentrum wieder auf.

Im Jahr 2025 vereinbarte die evangelische Gemeinde Inden eine Zusammenarbeit mit der evangelischen Gemeinde Weisweiler-Dürwiß. An den verschiedenen Orten finden die Gottesdienste nun abwechselnd statt.

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