Schienenwege
Dort, wo heute die Fußgängerbrücke steht, gab es früher drei Brücken über den Wehebach (1).

Das Foto zeigt die drei Brücken.
Der Blick geht von Lamersdorf aus in Richtung Wehebach.
Im Hintergrund sieht man die Teile, auf denen die Brücke der Bundesbahn stand.
Die Eisenbahnstrecke von Mönchengladbach über Jülich und Inden nach Eschweiler-Aue wurde am 1. Oktober 1873 eröffnet. Zwei Jahre später wurde auch Stolberg an die Strecke angeschlossen. Ab 1888 gehörte die Strecke zur Preußischen Staatseisenbahn. Seitdem konnten die Züge aus Mönchengladbach über Jülich, Inden, Eschweiler und Stolberg direkt nach Aachen und Köln weiterfahren.
Bis in die 1950er Jahre fuhren auf dieser Strecke Personen- und Güterzüge mit Dampflokomotiven. Von 1955 bis 1983 wurden für die Personenbeförderung rote Schienenbusse eingesetzt. Am 30. Mai 1983 wurde der Personenverkehr zwischen Stolberg und Jülich eingestellt. Güterzüge fuhren noch bis Frenz, weil dort bis heute ein Gleis zum RWE-Kraftwerk abzweigt. Die Gleise ab dem Haltepunkt Frenz in Richtung Jülich wurden abgebaut.
Die mittlere Brücke war die Vorgängerin der heutigen Fußgängerbrücke. Sie gehörte zur Grubenbahn und führte zum Übergabebahnhof.

Im Mai 1921 nahm der Übergabebahnhof (2) seinen Betrieb auf. Dort wurden Züge mit Briketts und Rohkohle zusammengestellt. Anschließend wurden sie auf das öffentliche Eisenbahnnetz weitergeleitet. Der Bahnhof reichte von diesem Ort bis zum etwa 1000 Meter entfernten Haltepunkt Frenz.
Neben dem öffentlichen Gleis gab es dort mindestens drei Gleise der Gewerkschaft Düren, später der BIAG-Zukunft. An zwei Stellen waren diese Gleise mit der öffentlichen Eisenbahnstrecke verbunden. Die Brikettfabrik hatte bereits seit 1900 ein eigenes Gleis. Dieses wurde nun an den neuen Übergabebahnhof angeschlossen.
Im Jahr 1956 endete die Kohleförderung im „Tagebau Düren“. 1960 wurde die Brikettfabrik Lucherberg geschlossen. Danach wurde der Übergabebahnhof nicht mehr gebraucht. In den folgenden Jahren wurde er abgebaut, und das Gelände verwilderte. Heute erinnert nur noch ein breiter, ganz gerade verlaufender Streifen mit Bäumen und Sträuchern zwischen den beiden Fußwegen in Richtung Friedhof und Frenz an diesen wichtigen Bahnbetrieb. Die Leichenhalle am Friedhof Inden/Altdorf steht heute ungefähr in der Mitte des früheren Übergabebahnhofs.
Auf der rechten Seite sieht man einen Rest der Brücke. Über diese Brücke führte der Weg von Lamersdorf zu den Feldern und zur Verladeanlage.
Von 1959 bis 1969 führte zusätzlich ein Förderband über alle drei Brücken. Es brachte Abraum aus dem Tagebau Inden.

