Liebe Besucher
Sie haben den siebten Punkt der Nordroute des GeschichtsPfades in Inden/Altdorf gefunden. Dieser Punkt ist Teil eines Projektes in allen Orten der Gemeinde Inden. Wenn Sie näheres dazu wissen möchtet, finden Sie alles weitere HIER
Der GeschichtsPfad in Inden/Altdorf besteht insgesamt aus 22 Punkten, die Sie in zwei Rundgängen erleben können. Näheres dazu finden Sie HIER
Unten finden Sie Infos zum Standort. Über die nachstehenden Symbole sind diese Informationen in verschiedene Sprachen übersetzt, ebenso in „Leichter Sprache“ und in Audioversion.
Gut Merödgen, Schul- und Sportzentrum
Höfe und Siedlungen mit Namen, die auf eine Rodung als Ursprung hinweisen entstanden meist zwischen dem 10. und 14. Jahrhundert. So auch Merödgen, das bedeutet „meine kleine Rodung“. Erstmals urkundlich erwähnt wird Merödgen im Jahre 1341. Die Besitzer des Gutes haben über Jahrhunderte das Amt des Erbförsters der Wehrmeisterei inne. Durch Heirat und Erbschaft erscheinen die jeweiligen Besitzer zudem auch auf Höfen in Inden, Luchem und Frenz.
Durch Heirat kommt der Frenzer Hof Mitte des 16. Jahrhunderts an die Familie von Goltstein aus Schloß Breyell bei Nettetal. Die Familie von Goltstein zu Frenz und Merödgen bekannte sich schon früh zum reformierten Glauben. Hier wurden über lange Jahre Gottesdienste gehalten. Die 1823 gegründete Indener reformierte Gemeinde wählte für sich den Namen „Unierte evangelische Gemeinde von Inden, Merödchen und Vercken“.
Carl Freiherr von Goltstein zu Frenz, Merödgen und Beeck spielt für die spätere Geschichte unserer Gemeinde eine besondere Rolle. Er legte 1821 den Grundstein für den Braunkohlenabbau im Westen des Rheinlandes. Dazu mehr bei Station N06 „Anfänge der Braunkohlegewinnung im Westrevier“.
Freiherr von Goltstein lebte, wohnte und arbeitete zwar auf Haus Merödgen, das Gut selbst gehörte jedoch seiner Schwester Charlotte Freiin von Goltstein. Über deren Nachkommen kam das Gut schließlich an die Familie von Zandt auf Schloss Seehof bei Bamberg. Die letzte Bewohnerin aus dieser Familie war Freiin Emi von Zandt, sie starb in Merödgen am 9. April 1944. Im April 1945 brannte das Herrenhaus von Merödgen bis auf die Grundmauern nieder.

Gut Merödgen, Innenhof um 1900/1910. Das Herrenhaus mit Glockentürmchen und Stufengiebel. Links das Torhaus mit durchfahrender Kutsche, daran anschließend nach rechts Wohngebäude, Gesindeeingang mit Treppe zum Küchenbau. Ganz rechts die Terrasse mit Nussbaum vor dem Haupteingang.
1963 wurde Merödgen an die Rheinischen Braunkohlewerke verkauft, die es wiederum an das damalige Amt Lucherberg veräußerten. Mit dem Erwerb des Gutes Merödgen wurde der Grundstein für die Entwicklung hin zur heutigen Gemeinde Inden gelegt.
Im Hinblick auf eine spätere kommunale Neuordnung schlossen sich im Juni 1968 die Gemeinden Altdorf, Inden, Frenz, Lamersdorf, Lucherberg, Pier und Schophoven über die Kreisgrenzen hinweg zum „Schulverband Inden-Lucherberg“ zusammen. Bis Juni 1972 entstand auf dem Areal an der Nordseite des Gutes das „Schulzentrum Merödgen“, eine ursprünglich dreizügige Gemeinschaftshauptschule. Die großräumigen Sportanlagen entstanden als Ersatz für die in den umgesiedelten Orten weggefallenen Sportplätze.

1989 endete der Pachtvertrag mit der langjährigen Pächterfamilie. Die Planung der Gemeinde Inden für eine Jugendbegegnungsstätte wurden aus Kostengründen nicht realisiert. 1993 erwarb die Bauunternehmung Schüssler GmbH & Co.KG aus Jülich die Hofanlage, um hier in Kooperation mit dem Caritasverband Düren-Jülich e.V. das Projekt „Wohnanlage Gut Merödgen“ zu realisieren.
Der denkmalgeschützte Gebäudebestand wurde um einen mehrgeschossigen Neubau erweitert, so dass die historische Geschlossenheit der Hofanlage heute wieder hergestellt ist.
In 52 Wohnungen unterschiedlicher Größen leben hier sowohl Einzelpersonen als auch Familien.
In der ehemaligen Scheune entstand das Hotel-Restaurant „Gut Merödgen“, das von Mai 2000 bis zur Flut im Juli 2021 existierte.
Heute dient das ehemalige Hotel-Restaurant zur Unterbringung von Flüchtlingen.





