Bürgerhaus und Vereine
Das Bürgerhaus
Vor der Umsiedlung gab es in den alten Orten sieben Gaststätten. Dort gab es Gaststuben und Räume für Vereine. Zwei Gaststätten hatten große Säle. In jedem Saal konnten ungefähr 400 Menschen feiern. Außerdem gab es drei Kegelbahnen. Die Menschen feierten dort, veranstalteten Bälle und Bürgerversammlungen. Vereine trafen sich dort und übten gemeinsam. Manche Menschen kamen auch einfach nach der Arbeit „auf ein Bierchen“ vorbei.

Einige Gaststätten gab es schon seit vielen Generationen. Das „Treppchen“ in Inden hatte zum Beispiel noch einen Tanzsaal aus dem 19. Jahrhundert. Die meisten Gaststätten wurden neben einem anderen Beruf betrieben. Sie waren nur abends oder am Wochenende geöffnet. Wegen der Umsiedlung baute niemand eine neue Gaststätte. Die Familie Hagelüken aus Altdorf betrieb einen Catering-Service. Im Jahr 1994 wagte sie es, ein Restaurant mit Hotel zu bauen. Es hieß „Geuenicher Hof“ und ist heute das „Olympia“ (2026).
Ebenfalls 1994 beschloss der Gemeinderat, ein Bürgerhaus zu bauen. Es sollte einen großen Saal für 400 Menschen, eine Küche, eine Garderobe und weitere Räume haben. Die Vereine sollten sich dort treffen und ihre jährlichen Feste feiern können. Auch für Bürgerversammlungen und private Feiern sollte das Bürgerhaus genutzt werden. Der Platz am Driesch neben dem Hotel-Restaurant war dafür gut geeignet. Die Gemeinde vereinbarte mit dem Restaurant, gemeinsam größere Toilettenanlagen und einen Durchgang zu bauen. Außerdem sollte die Terrasse zum Driesch gemeinsam genutzt werden. Im Jahr 1997 war das Bürgerhaus fertig. Die Gemeinde Inden bezahlte den Bau unter anderem mit Fördergeld für Städte. Die Räume können gemietet werden.
Die Dorfvereine
Das Vereinsleben in den alten Dörfern Inden und Altdorf begann schon im Mittelalter. Zu den ersten Vereinen gehörten wahrscheinlich die Schützenbruderschaften. Sie fühlten sich seit jeher den Grundsätzen „Glaube, Sitte, Heimat“ verpflichtet. Früher hatten sie außerdem eine ähnliche Aufgabe wie eine Bürgerwehr.
Auch Sportvereine, Gesangsvereine und Musikvereine waren wichtig für das Leben im Dorf. Im Rheinland gab es außerdem Karnevalsvereine und Maigesellschaften. Sie machten das Dorfleben bunter und fröhlicher.
Als die Dörfer wegen der Umsiedlung zusammengelegt wurden, mussten sich auch viele Vereine zusammenschließen. Der neue Ort war zu klein, um zwei gleiche Vereine dauerhaft zu erhalten. Eine Ausnahme waren die beiden Trommler- und Pfeiferkorps. Der Spielmannszug aus Inden wurde 1922 gegründet. Der Spielmannszug aus Altdorf entstand 1923. Nach der Umsiedlung bestanden beide Vereine noch einige Jahre nebeneinander. Im Jahr 2010 schlossen sie sich schließlich zusammen.
Als Beispiel für die vielen Vereine wird hier die Geschichte der Schützenbruderschaften erzählt. Die Geschichte der anderen Vereine können Sie über den QR-Code in den Zusatzinformationen entdecken.
Die Schützenbruderschaft Inden wird zum ersten Mal im Jahr 1424 erwähnt. Damals schenkte der Ritter Daim von Bruch aus Geuenich Geld für arme Menschen an die St.-Anna-Bruderschaft in Inden. Die Bruderschaften aus Inden und Altdorf, die 1433 gegründet wurde, waren unter dem Namen St. Anna miteinander verbunden. Im Jahr 1806 wurde Altdorf eine eigene Pfarrei. Seitdem hieß die Bruderschaft in Inden St. Sebastianus. Die Bruderschaft in Altdorf erhielt den Namen St. Pankratius. Dieser Name stammt vom Schutzpatron der dortigen Kapelle.
Im Zweiten Weltkrieg verlor die Altdorfer Schützenbruderschaft ihr Bruderschaftsbuch, zwei Fahnen und alle Uniformen. Das Königssilber wurde vergraben und konnte dadurch gerettet werden. Am 22. Februar 1948 beschlossen die Mitglieder die ersten neuen Regeln nach dem Krieg. Das geschah während das Dorf wieder aufgebaut wurde.
Im Jahr 1947 feierte die Indener Schützenbruderschaft nach dem Krieg ihr erstes Patronatsfest mit einer Mitgliederversammlung. Schon im Mai fand das erste Schützenfest statt.

Weil die Umsiedlung näher rückte, begannen die Bruderschaften aus Inden und Altdorf im Jahr 1990 über einen Zusammenschluss zu sprechen. Am neuen Ort wollten sie unter einem gemeinsamen Namen weitermachen: „Schützenbruderschaft St. Sebastianus und St. Pankratius Inden/Altdorf 1424/33 e. V.“
Am 28. Juni 1995 traten die Pankratius-Schützen aus Altdorf der Sebastianus-Bruderschaft aus Inden bei. Damit war der Zusammenschluss abgeschlossen.
