Kommunalfriedhof

Seit es christliche Kirchen in den Dörfern gab, wurden die Toten in der Nähe der Kirchen begraben. Manche Menschen durften sogar in der Kirche beerdigt werden. Totgeborene Kinder und Babys, die ohne Taufe starben, durften nach dem damaligen Glauben nicht in den Himmel kommen. Deshalb begrub man sie unter der Dachkante der Kirche. Die Menschen glaubten: Das Regenwasser vom Kirchendach hatte die gleiche Wirkung wie das Taufwasser und deswegen konnten die Kinder doch noch in den Himmel kommen. Bei Ausgrabungen an der katholischen Kirche in Inden wurden solche Kinder gefunden. Man nennt sie „Traufkinder“.

Evangelischer Friedhof in Alt Inden „Im Bongard“

Die evangelischen Menschen in Inden legten im Jahr 1820 einen eigenen Friedhof an. Er lag ganz in der Nähe der früheren Kirche in Geuenich. Der Friedhof hieß „Am Bongard“. Im Volksmund wurde er auch scherzhaft „et Möischekämpche“ genannt. Zuletzt stand der Friedhof unter Denkmalschutz. In den Jahrhunderten davor wurden evangelische Menschen meistens in Jülich beerdigt. Wenn das wegen Hochwasser an der Inde und an der Rur nicht möglich war, begrub man sie in den Gärten ihrer Häuser.

Nach dem Tod des letzten Bonsdorfer Pfarrers wurde die Kirche 1844 abgerissen. Auf dem sie umgebenden Friedhof wurde bis 1947 beerdigt, 1950 wurde er geschlossen und 1970 entwidmet.

Kommunalfriedhof in Alt Inden, o.J.

Die Zahl der Einwohner war stark gestiegen. Deshalb wurde der katholische Friedhof an der Kirche in Inden Ende 1924 geschlossen. Seitdem nutzten die Menschen den neuen Kommunalfriedhof. Er lag an der Landstraße L241 in Richtung Altdorf.

An der Kirche in Altdorf gab es noch einige Gräber. Alle anderen Toten wurden auf einem weiteren Kommunalfriedhof beerdigt. Dieser Friedhof lag etwa einen Kilometer vom Friedhof in Inden entfernt. Auch er lag an der Landstraße.

Friedhof an der Altdorfer Kirche

Als die Menschen umgesiedelt wurden, mussten auch die Toten umgebettet werden. Das bedeutet: Die Gräber wurden an einen neuen Ort verlegt. Der neue Ort Inden/Altdorf liegt in der Nähe des kleinen Flusses Wehebach. Der Boden dort war für einen Friedhof nicht gut geeignet. Fachleute untersuchten deshalb den Boden. Sie berechneten auch, wie groß der neue Friedhof sein musste. Auf diesem Friedhof sollten die Toten aus Altdorf und Inden gemeinsam beerdigt werden. Der Friedhof sollte außerhalb des neuen Ortes liegen. Zuerst war auch geplant, den Sportplatz neben dem Friedhof zu bauen. Die Menschen aus dem Ort waren damit aber nicht einverstanden. Im Jahr 1991 entschied der Gemeinderat deshalb, den Friedhof an die frühere Bahnstrecke zu bauen. Von dort aus konnte man die Kirchen im Ort zu Fuß erreichen.

Beim Bau des neuen Ortes wurde viel Erde ausgegraben. Diese Erde wurde auf dem Friedhof aufgeschüttet. So entstand eine höhere Fläche für die neuen Gräber. Für den Friedhof wurden neue Regeln aufgeschrieben. Dadurch konnten die Umrandungen alter Gräber weiterverwendet werden. Das Landschaftsplanungsbüro Hallmann & Rohn aus Aachen plante den Friedhof. Die Friedhofskapelle entwarf der Architekt Johannes Schoeller aus Langerwehe.

Im Jahr 1994 wurden die ersten Menschen auf dem neuen Friedhof beerdigt. Im November 1994 begannen die Umbettungen aus Inden und Altdorf. Sie dauerten mehrere Jahre.

Alle aufgegebenen Gräber der alten Friedhöfe in Inden und Altdorf wurden in ein gemeinsames Grab verlegt. Diese Toten bekamen also kein eigenes Grab mehr. Auf dem Hügel am Ende des Friedhofs steht ein großes Kreuz. In dem Hügel liegen das gemeinsame Grab. Bei Ausgrabungen wurden vor allem in Geuenich viele alte Knochen gefunden. Fachleute untersuchten diese Knochen. Danach wurden sie verbrannt und in 90 Urnen aufbewahrt. Auch diese Urnen wurden in dem gemeinsamen Grab beigesetzt. Die Toten vom Friedhof in Pier wurden zwischen Herbst 2008 und Winter 2011 umgebettet. Die meisten kamen auf den Friedhof in Langerwehe-Pier.

Am Hang neben dem Hügel mit dem großen Kreuz liegen die Kriegsgräber aus Altdorf und Inden.

Nicht alle besonderen Gräber aus den alten Orten blieben nach den Umbettungen erhalten. Gräber ohne Angehörige wurden aufgegeben. Andere Gräber wurden auf den neuen Friedhof in Inden/Altdorf verlegt. Dazu gehörten auch die Gräber von fünf Priestern aus der Gruft der Kirche in Pier. Diese Umbettung fand im Jahr 2007 statt.

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