Gut Lützeler

Lage des Untersuchungsgebietes mit Grabungsflächen im Bereich der mittelalterlichen Grabungsplätze (schwarz)

Archäologen untersuchten das Gebiet von 1991 bis 1993. Dabei fanden sie heraus: Am heutigen Umsiedlungsort Inden/Altdorf lebten schon seit dem 1. oder 3. Jahrhundert Menschen. Damals lebten dort Römer. Zwischendurch war das Gebiet immer wieder unbewohnt. Eine Zeit lang standen dort mehrere Häuser. Im 7. Jahrhundert gab es dort nur noch zwei Höfe: Gut Lützeler „A“ und „B“. Erhalten geblieben ist nur die Niederburg. Das ist eine Burg im flachen Land. Sie war früher der Wohnsitz einer Adelsfamilie.

Der Hof Lützeler hat eine lange Geschichte. Sie reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Der Name Lützeler kommt wahrscheinlich von seinem früheren Besitzer. Er hieß Junker Johann Vruntgin von Lutzelen. Ein Junker war ein junger Mann aus einer Adelsfamilie. Der Name des Hofes wurde im Laufe der Zeit oft anders geschrieben: Lützen – Lutzelen – Lützenich – Lutzenem – Lützeln. Ab 1626 wurde der Name meistens Lützeler oder Lützler geschrieben. Im Jahr 1393 wird Junker Johann Vruntgin von Lutzelen erwähnt.

Im Jahr 1398 verkaufte er seinen Hof in Lucherberg an Carsilius von Palant zu Breidenbend. Gleichzeitig kaufte er den Hof Lützeler von Peter von Loyvenberg, dessen Frau und deren Schwester. Diese Familien gehörten wahrscheinlich zur Familie Vruntgin und damit auch zur Familie Palandt. Wie lange sie den Hof besaßen, ist nicht bekannt. Die Besitzer wechselten oft.

Gut Lützeler 1931 (Quelle: Landesarchiv NRW, RW 0229/Hansa Luftbild, Nr. 34806)

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts gehörte der Hof Bernard von Merode, dem Herrn von Rummen. Im Jahr 1840 wurde der Hof öffentlich versteigert. Der Hof gehörte damals zur Gemeinde Langerwehe. Im Jahr 1844 kaufte die Familie Scheuer den Hof. Sie besaß ihn bis zum Verkauf an die Firma Rheinbraun, die heute RWE Power AG heißt. Auf dem freien Land rund um Gut Lützeler sollte der neue Ort Inden/Altdorf entstehen. Dieses Land war die einzige große Fläche in der Gemeinde, die nicht vom Tagebau gebraucht wurde.

Gut Lützeler war ursprünglich ein rechteckiger Wirtschaftshof. Er wurde im 17. und 18. Jahrhundert gebaut.

Haus Lützeler 1931 (Quelle: Landesarchiv Duisburg, LA NRW R_RW_0229

An drei Seiten standen Gebäude. Im Südwesten gab es ein Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert. An der Südseite standen keine Gebäude. Dort lag hinter dem Wassergraben ein Garten. Breite Wassergräben umgaben den Hof. Das Herrenhaus konnte man nur über zwei Zugbrücken erreichen. Im Mittelalter kamen noch zwei weitere Wassergräben dazu. Sie lagen 20 Meter und 100 Meter vom Hauptgraben entfernt. Die äußeren Wassergräben wurden nach dem Zweiten Weltkrieg zugeschüttet.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Herrenhaus zerstört. Es wurde nicht wieder aufgebaut. Auch die Gebäude für die Landwirtschaft wurden stark beschädigt.

Innenhof mit erkennbaren Kriegsschäden
Zerstörtes Herrenhaus vor dem Abriss

Im Jahr 1990 wurde das Gebiet um Gut Lützeler zum Mittelpunkt des neuen Ortes. Dort gab es Kirchen, eine Grundschule, einen Kindergarten und den Driesch. Der Driesch ist eine freie Fläche im Dorf. Zusammen bildeten diese Orte ein wichtiges Zentrum für das Zusammenleben und die Kultur. Ende der 1990er-Jahre verkaufte Rheinbraun das geschützte historische Gut. Ein Fachmann für Bauprojekte kaufte es und ließ es reparieren. Die Gebäude für die Landwirtschaft wurden zu Wohnhäusern umgebaut. An der Stelle des früheren Herrenhauses entstanden neue Wohnungen, die man kaufen konnte. Der frühere Garten wurde zu einem Wohngebiet. Heute liegt dort die Pumpengasse. Der Wassergraben um den Garten war zugeschüttet worden. Sein Verlauf ist heute noch an einer Hecke entlang der Geuenicher Straße zu erkennen. Dort gibt es eine öffentliche Grünfläche.

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