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Sie haben den achten Punkt der Nordroute des GeschichtsPfades in Inden/Altdorf gefunden. Dieser Punkt ist Teil eines Projektes in allen Orten der Gemeinde Inden. Wenn Sie näheres dazu wissen möchtet, finden Sie alles weitere HIER

Der GeschichtsPfad in Inden/Altdorf besteht insgesamt aus 22 Punkten, die Sie in zwei Rundgängen erleben können. Näheres dazu finden Sie HIER

Unten finden Sie Infos zum Standort. Über die nachstehenden Symbole sind diese Informationen in verschiedene Sprachen übersetzt, ebenso in „Leichter Sprache“ und in Audioversion.

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Umsiedlung von Altdorf und Inden

Schon in den 1930er Jahren war den Bewohnern der zur damaligen Gemeinde Inden gehörigen Ortsteile klar, dass sie umgesiedelt werden könnten. 1935 haben die Nationalsozialisten das Allgemeine Deutsche Berggesetz geändert, um im Rahmen ihrer Kriegsvorbereitungen Großtagebaue zu ermöglichen, die auch Umsiedlungen zur Folge hatten. Der Tagebau Zukunft wurde 1935 aufge­schlossen und der erste Schaufelradbagger eingesetzt. Es folgten der Tagebau Inden mit seinen räumlichen Teilabschnitten I und II.

Nachdem der ab 1969 gestundete Tagebau Inden 1981 wieder in Betrieb ging, hat die Gemeinde mit der konkreten Planung der Umsiedlung der drei Ort­schaften Inden, Altdorf und Pier begonnen. Es war im Rheinischen Braunkohlen­gebiet die erste Umsiedlung bei der:

  1. ein Unterzentrum – hier Inden – umge­siedelt werden musste,
  2. die größte zusammenhängende Umsiedlung von 4.500 Einwohnern stattfand,
  3. rd. 60% ihrer Einwohner umgesiedelt und 60% des gesamten Gemeindegebietes bergbaulich in Anspruch genommen wurden,
  4. rd. 50% der Umsiedler Mieter waren und
  5. erstmals zwei Umsiedlungs­standorte,
  6. davon ein Umsiedlungsstandort außerhalb des Gemeindegebietes ausgewiesen wurde.
  7. Zu guter Letzt hatte sich der Umweltminister des Landes NRW gegen die Stimmen des Braunkohlenausschusses 1990 für eine zeitver­setzte Umsiedlung der Ortschaft Pier ausgesprochen, d.h. 1.700 Einwohner konnten erst ab 2005 an der gemeinsamen Umsiedlung teilnehmen.

Grundlage war das Konzept der gemeinsamen Umsiedlung, d.h. für alle Umsied­lungsbetroffenen sollte ein Standort ausgewiesen werden, in dem die sozialen und wirtschaftlichen Beziehungen erhalten werden konnten. Der Bergbau­betreibende erwarb die Flächen an den heutigen Umsiedlungsstandorten, so dass die Umsiedler ihre Grundstücke wertgleich tauschen und aus der Entschädigung des Altanwesens neu bebauen konnten. Gleiches galt für die Kirchen, das Rat­haus, den Kindergarten und die Grundschule.

Quelle: Regierungspräsident Köln, Braunkohleplan Inden 1, Köln 1990

1983 wurden die Umsiedler von dem Regierungspräsidenten Köln (RP) nach ihren Umsiedlungswünschen befragt. Die Nachbargemeinden hatten auch Baugebiete angeboten.

Für die Gemeinde Inden war das Ergebnis ernüchternd, da der RP zwei Umsiedlungsstandorte im Braunkohlenplan auswies; neben Inden-Lamersdorf den zweiten in der Nachbargemeinde Langerwehe-Jüngersdorf. 1990 entschied der Umweltminister von NRW, dass Pier zeitversetzt (2005-2015) zu Inden und Altdorf (1990-2000) umsiedeln soll.

Quelle: Rheinbraun AG. Rheinbraun informiert, Die Umsiedlung von Inden und Altdorf, Köln

Die Gemeinde Inden plante den heutigen Umsiedlungsstandort um Haus Lützeler, auch wenn dieser einige Restriktionen hatte und deswegen als „Bermuda Dreieck“ bezeichnet wurde. Es war die einzige zusammenhängende Fläche innerhalb der Gemeinde, die nicht bergbaulich in Anspruch genommen wurde.

Sie lag zentral zu den anderen Ortschaften wie Frenz, Lamersdorf und Lucherberg. 1969 – vor der kommunalen Neugliederung – hatte die Politik sich bereits für den Neubau des Schulzentrums Merödgen ausgesprochen, das nur 300m entfernt im baulichen Zusammenhang mit dem zukünftigen Umsiedlungsstandort steht.

Die Planung des Umsiedlungs¬standortes erfolgte von dem Aachener Planungsbüro Helmer-Meyer-Seiler. Sie orientierte sich an dem historischen Wegenetz um Haus Lützeler. An der Goltsteinstraße wurde das Geschäfts- und Verwaltungs¬zentrum geplant.

Quelle: Rheinbraun AG. Rheinbraun informiert, Die Umsiedlung von Inden und Altdorf, Köln 1999

Die Rathausstraße geht in die Haupt¬straße über und führt mit ihrer zwei- und dreigeschossigen geschlossenen Bebauung zum sozial-/kulturellen Zentrum mit Kirchen, Grundschule, Kindergarten und Bürgerhaus mit Driesch. Der Wohnbereich liegt eingebettet zwischen einem ehe¬maligen Bahndamm und der Wehebachaue. Am Bahndamm wurde eine Fläche als Dorfgebiet ausgewiesen, damit die Züchter dort ihre Tauben oder auch Hühner – wie es auch im alten Ort war – halten können. Ein Gewerbegebiet ist zur Autobahn hin für die Handwerksbetriebe ausgewiesen, benachbart dazu Flächen für land-wirtschaftliche Nebenerwerbsbetriebe.

Bauernhöfe mit Viehhaltung wurden aus immissionsschutzrechtlichen Gründen ausgeschlossen. Sie haben sich im Weiler Pattern oder an anderen Standorten ange¬siedelt. Zur A4 wurde ein Lärmschutzwall gebaut. Als die Ortschaft Pier 2005 umsiedeln konnte, wurde die Fläche östlich des Wehebachs hin zur Waagmühle entwickelt und durch eine Brücke mit dem Ortskern verbunden. 1998 wurde der Abschluss der Umsiedlung gefeiert. 2013 war auch die Umsiedlung von Pier abgeschlossen. Rund 60% der Umsiedler von Inden und Altdorf haben sich hier auf einer Fläche von 56 ha im Umsiedlungsstandort Inden/Altdorf angesiedelt. Mit 3.867 Einwohnern ist Inden/Altdorf heute der größte Ort der Gemeinde Inden (7.502 Einwohner am 31.12.2022).

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