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Sie haben den siebten Punkt der Südroute des GeschichtsPfades in Inden/Altdorf gefunden. Dieser Punkt ist Teil eines Projektes in allen Orten der Gemeinde Inden. Wenn Sie näheres dazu wissen möchtet, finden Sie alles weitere HIER

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Landwirtschaft

Die Gemeinde Inden liegt in der Jülich-Zülpicher Börde, die mit ihren Lößböden zu den landwirtschaftlich ertragsreichsten Landschaftseinheiten Deutschlands zählt. Diese Ausgangslage ist Grund dafür, dass in den heutigen Ortsteilen von Inden vor 1970 rd. 167 (!) landwirtschaftliche Betriebe existierten, davon allein 90 Betriebe in Inden (32), Altdorf (25) und Pier (33). Im Vergleich zu heute waren es meist Kleinbetriebe. 43% hatten eine Betriebsfläche von unter 15 ha, davon auch noch ein großer Anteil von Pachtflächen. Zudem gab es noch Tagebaurandbetriebe z.B. in Schophoven, die ihre Hofstelle durch den Tagebau zwar nicht verloren, aber ihre landwirtschaftlichen Flächen. Die kleinen Flächen der Landwirte sind auf die Realerbteilung zurückzuführen, d.h. der Landbesitz wurde im Erbfall unter allen Erbberechtigten in der Familie gleich aufgeteilt. Mit jedem Erbfall wurde der Landbesitz somit kleiner. Demgegenüber gab es das Anerbenrecht, das vorwiegend die Protestanten angewandt haben, damit die Landwirtschaft geschlossen erhalten bleibt. Die Vererbung des Landbesitzes erfolgte an einen Erben.

Indener Landwirte bei der Heuernte
Landwirtschaft in Inden (19. Jh.)

 Die Landwirtschaft war vom Braunkohlentagebau besonders betroffen, da mit dem Verlauf des Tagebaus der vorübergehende oder auch dauerhafte Verlust der landwirtschaftlichen Flächen verbunden war. In der Gemeinde Inden wurde nahezu die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche über einen Zeitraum von 40 Jahren in Anspruch genommen. Auch wenn der Bergbaubetreibende Ersatz­flächen zur Verfügung zu stellen hatte, um die Existenz zu sichern, so waren nicht genügend Flächen vorhanden. Die wenigen, qualitativ schlechteren Neu­landflächen, die im Zuge der Rekultivierung entstanden, konnten nicht allen landwirtschaftlichen Betrieben zur Verfügung gestellt werden.

Der Weiler Pattern im Gemeindegebiet Aldenhoven (ehemals Tagebau Inden I) – später in Weiler Hausen umbenannt – wurde um 1990 angelegt. Ein Ort für nur ca. 10 landwirtschaftliche Haupterwerbsbetriebe, die ihren neuen Betrieb auf Neuland fortführen konnten. Über mehrere Jahre bewirtschafteten die Landwirte ihre Flächen am neuen Ort und am alten Ort, bis diese bergbaulich in Anspruch genommen wurden. Der Weiler bietet keine soziale Infrastruktur für die Bewohner; keine Geschäfte, keine Kirche oder ähnliches. Im Gegensatz zu den alten Orten hat keiner der Betriebe mehr Viehhaltung, was sicherlich auch der Agrarreform (Abschaffung Milchquote, große Betriebsgrößen, u.a.) geschuldet war.

Die vorübergehende Inanspruchnahme von landwirtschaftlichen Flächen wurde mit einer sogenannten Pachtaufhebungsentschädigung vom Bergbaubetrei­benden ausgeglichen. Sieben Landwirte suchten Ersatzhöfe in der Umgebung (Weilerswist), zwei gingen nach Schleswig-Holstein bzw. Sachsen.

Für viele Betriebe -insbesondere die kleineren- war die Situation jedoch ausweg­los. 16 haben generationsbedingt die Landwirtschaft aufgegeben. Es mussten Lösungen für die steuerlichen Folgen der Betriebsaufgabe und die Altersversor­gung gefunden werden. Einige haben einen Arbeitsplatz beim Bergbaubetrei­benden gefunden.

Bebauungsvorschlag Weiler Pattern, später Weiler Hausen in Aldenhoven (Quelle: Rheinbraun informiert- Die Umsiedlung von Inden und Altdorf, S. 60, Köln, 1999)

Andere siedelten sich als landwirtschaftlicher Nebenerwerbsbetrieb hier in Inden/Altdorf an, d.h. sie gingen einem anderen Haupterwerb nach und lagerten nur noch in den Hallen ihre Geräte, um die wenigen verbleibenden Flächen im Umland bewirtschaften zu können. Viehhaltung war angesichts der benachbarten Wohnbebauung immissionsschutzrechtlich ausgeschlossen. Heute –30 Jahre später- werden diese Hallen meist nicht mehr für die Landwirtschaft genutzt. Einige haben sie zu Mehrfamilienhäusern umgebaut, andere ihre Freiflächen zu Bauland entwickelt.

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