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Sie haben den dritten Punkt der Nordroute des GeschichtsPfades in Inden/Altdorf gefunden. Dieser Punkt ist Teil eines Projektes in allen Orten der Gemeinde Inden. Wenn Sie näheres dazu wissen möchtet, finden Sie alles weitere HIER

Der GeschichtsPfad in Inden/Altdorf besteht insgesamt aus 22 Punkten, die Sie in zwei Rundgängen erleben können. Näheres dazu finden Sie HIER

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Evangelische Gemeinde

Rund 10% der Bevölkerung in der Gemeinde Inden waren vor der Umsiedlung Protestanten; eine Diaspora im katholischen Rheinland. Sie hat eine lange Geschichte: Im 16. Jhdt. zählten die adeligen Häuser Ahr in Pattern, Vercken und Pesch in Pier sowie Merödgen bei Lamersdorf zu den ersten Anhängern der Reformation. Sie gehörten der reformierten Gemeindesynode des Herzogtums Jülich an, die sich 1611 gebildet hatte. 1634 – 1649 diente ein Wilhelm Nobis aus Inden – ein Bruder des Kirchmeisters der katholischen Kirche Geuenich – als Prediger der reformierten Gemeinde Jülich auf Haus Ahr im „Geusen-Pattern“. Als „Geusen“ bezeichnete man Protestanten, die aus den Niederlanden kamen. Es war ihnen verboten eine Kirche zu bauen; die Gottesdienste fanden in Privathäusern statt. 1777 haben sich Familienväter zusammengeschlossen und einen Privatlehrer, Herrn Schick von Hörstgen beauftragt, ihre Kinder zu unterrichten.

Generalsbau mit Evangelischer Schule um 1890

1782 übertrug der pfälzische Generalmajor Kling zu Jülich, Festungskommandant in Jülich, seinem Unteroffizier Schweitzer aus der Pfalz das Schulmeisteramt. Dieser kaufte 1788 im Auftrag des Generals ein Grundstück in Inden (Ecke Kirchstraße/Mühlenstraße), um eine evangelische Schule zu bauen. Sie wurde als „Generalsbau“ bezeichnet und 1790 fertiggestellt. Neben der Schule war auch die Lehrerwohnung dort untergebracht.

1817 schenkte Diederich Bausch aus Inden den Reformierten ein Stück Land in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Geuenicher Kirche. 1820 wurde es als eigener Friedhof eingeweiht. Der heute vor der Kirche stehende Blaustein-Obelisk ist von dem damaligen Kirchmeister Johann Peter Bausch geschenkt und ihm gewidmet worden. Er stand auf dem alten Friedhof „Im Bongard“.

©Evangelische Gemeinde Inden

Am 24.2.1820 richteten die 115 Reformierten, „welche im Dorfe Inden und auf den Häusern Merödgen und Vercken wohnen“, an ihre Muttergemeinde das Gesuch, „dass bei einer Vakanz der neu zu wählende Pfarrer gehalten sei, alle 14 Tage in Inden zu predigen und zu katechisieren,“ da sie darunter litten, „zwei Stunden von ihrer Kirche und ihrem Religionslehrer entfernt zu sein.“ „Sie übernehmen auf ihre eigenen Kosten die Errichtung einer Kirche im Dorfe Inden“. 1823 erwirkten die Indener Reformierten schließlich die Trennung von der Muttergemeinde Jülich zu einer neuen „Unierten ev. Gemeinde von Inden, Merödgen und Vercken“.

Evangelische Kirche um 1910

Am 13. Oktober 1824 wurde die Gründung besiegelt. Sogleich wurde mit dem Bau einer eigenen Kirche begonnen, die gegenüber dem „Gerneralsbau“ lag. Im Volksmund wurde die Kirche liebevoll als „Klömpche“ bezeichnet.

Kanzel um 1910, ©Evangelische Gemeinde Inden

1840 schenkte die reformierte Gemeinde in Düren der unierten Kirche Inden die heute im Kirchenraum stehende Kanzel. Der Altar ist wohl noch der ursprüngliche, bestehend aus einem massiven Holztisch auf 4 Säulen. Erst 1854 wurde eine Orgel aus Eschweiler in die Kirche integriert; 1910 stiftete W. Roland aus Inden eine neue Orgel. Die ursprünglichen Glocken überlebten den 2. Weltkrieg nicht; erst 1953 wurde eine neue Eisenglocke angebracht

1965 wurde im Gemeindebereich Langerwehe eine zweite Kirche – Paul Gerhard Kirche – gebaut und eingeweiht, nachdem die Gemeinde durch die Zuwanderung von Vertriebenen und Flüchtlingen aus den Ostgebieten nach 1945 stetig zugenommen hatte. Heute gehören der Evangelischen Gemeinde Inden rd. 1700 Mitglieder an, die sich je zur Hälfte auf die Gemeinde Inden und Langerwehe verteilen.
Im Zuge der Umsiedlung hat sich die evangelische Gemeinde für einen Neubau eines Gemeindezentrums an dem Umsiedlungsstandort Inden/Altdorf entschieden. Der Architekt war Karlhans Pfleiderer (Neuss). Die Grundsteinlegung des neuen Gemeindezentrums fand am 26. April 1997 statt, am 25.10.1998 wurde es seiner Funktion übergeben. Der letzte Gottesdienst im „Klömpche“ fand am 29. Juni 1997 statt. Das Inventar der alten Kirche wurde restauriert und übernommen. Drei neue Glocken mit dem jeweiligen Namen „solus christus“ (allein Christus), „sola gratia“ (allein durch Gnade) und „sola fide“ (allein durch Glauben) wurden angeschafft und bei der Grundsteinlegung „eingeläutet“.
2021 erfasste das Hochwasser auch das Gemeindezentrum und zerstörte die Inneneinrichtung. Mit viel ehrenamtlichem Engagement und Unterstützung bauten die Mitglieder es wieder auf. 2025 wurde eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit mit der evangelischen Gemeinde Weisweiler-Dürwiß geschlossen. An den Orten finden abwechselnd Gottesdienste statt.

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