Liebe Besucher
Sie haben den elften Punkt der Südroute des GeschichtsPfades in Inden/Altdorf gefunden. Dieser Punkt ist Teil eines Projektes in allen Orten der Gemeinde Inden. Wenn Sie näheres dazu wissen möchtet, finden Sie alles weitere HIER
Der GeschichtsPfad in Inden/Altdorf besteht insgesamt aus 22 Punkten, die Sie in zwei Rundgängen erleben können. Näheres dazu finden Sie HIER
Unten finden Sie Infos zum Standort. Über die nachstehenden Symbole sind diese Informationen in verschiedene Sprachen übersetzt, ebenso in „Leichter Sprache“ und in Audioversion.
Kommunalfriedhof
Seit es christliche Kirchen in den Dörfern gab setzte man die Verstorbenen in direkter Nähe der Gotteshäuser bei. Privilegierte Verstorbene erhielten oftmals eine Grabstätte innerhalb der Kirche. Totgeborenen Kindern und Säuglingen, die ungetauft verstarben, blieb im Mittelalter nach dem damaligen Glaubensverständnis der Himmel verschlossen. Daher wurde diesen Kindern das Himmelstor geöffnet, indem sie entlang der Dachtraufe der Kirchen begraben wurden. Man glaubte, dass das Regenwasser, welches mit dem Kirchendach in Berührung kam, die gleiche Wirkung wie das Taufwasser hatte. Bei archäologischen Grabungen an der Indener katholischen Kirche wurden diese „Trauf-kinder“ gefunden.

Die Reformierten in Inden weihten 1820 einen eigenen Friedhof in un-mittelbarer Nähe der ehemaligen Geuenicher Kirche ein. Dieser Friedhof „Am Bongard“, im Volksmund scherzhaft „et Möischekämpche“ ge¬nannt, stand zuletzt unter Denkmalschutz. In den Jahrhunderten zuvor wurden die evangelischen Verstorbenen in Jülich beerdigt, oder, wenn das wegen Hochwasser von Inde und Rur nicht möglich war, in den eigenen Hausgärten
Nach dem Tod des letzten Bonsdorfer Pfarrers wurde die Kirche 1844 abgerissen. Auf dem sie umgebenden Friedhof wurde bis 1947 beerdigt, 1950 wurde er geschlossen und 1970 entwidmet.

Aufgrund der stark gestiegenen Einwohnerzahl wurde der katholische Friedhof an der Indener Kirche Ende 1924 ge¬schlossen und seitdem der neu angelegte Kom¬munalfriedhof an der Landstraße L241 nach Altdorf genutzt.
In Altdorf befanden sich noch einige Grabstätten an der Altdorfer Kirche; alle anderen auf dem etwa einen Kilometer vom Indener Friedhof entfernten, ebenfalls an der Landstraße gelegenen Kommunalfriedhof.

Mit der Umsiedlung der Einwohner war auch die Um¬bettung aller Verstorbenen verbunden. Da der Umsiedlungsstandort Inden/Altdorf innerhalb des Auegebietes des Wehebach liegt, waren die hydro¬logischen Bodenverhältnisse für die Anlegung eines Friedhofs äußerst ungünstig. Gutachten wurden erstellt und Berechnungen über die Größe des zukünftigen Friedhofs wurden vorgenommen. Es sollte ein kommunaler Friedhof werden, auf dem alle Verstorbenen von den Friedhöfen aus Altdorf und Inden umgebettet werden konnten. Dieser sollte außerhalb des Umsiedlungsstandortes liegen. Ursprünglich war auch der Sportplatz in der Nachbarschaft zum Friedhof geplant. Dies fand jedoch in der Bürgerschaft keine Zustimmung. 1991 entschied der Gemeinderat, den Friedhof an die ehemalige Bahnlinie zu legen in fußläufiger Entfernung zu den Kirchen im Ort.
Der Erdaushub aus den Tiefbauarbeiten des Umsiedlungsstandortes diente für die Aufschüttung, um auf das Niveau für die zukünftigen Gräber zu kommen. Eine Friedhofssatzung wurde erstellt, die es ermöglichte, die Einfassungen der Altgräber zu übernehmen. Die Gestaltung des Friedhofs erfolgte durch das Landschaftsplanungsbüro Hallmann & Rohn (Aachen); die Friedhofskapelle plante der Architekt Johannes Schoeller aus Langerwehe.
1994 wurde mit der Belegung des Friedhofs begonnen. Die Umbettungen aus Inden und Altdorf begannen im November 1994 und dauerten mehrere Jahre an.
Alle aufgelassenen (aufgegebenen) Gräber von den Altfriedhöfen Inden und Altdorf wurden in ein Gemeinschaftsgrab umgebettet und erhielten somit keine eigene Grabstätte mehr. Auf dem Hügel am Ende dieses Friedhofes steht das Hochkreuz. In diesem Hügel befindet sich das Gemeinschaftsgrab und ein anonymes Urnenfeld. Die wissenschaftlich untersuchten Gebeine aus den archä¬ologischen Grabungen, vor allem in Geuenich, wurden nach der Einäscherung in 90 Urnen auch in diesem Gemeinschaftsgrab beigesetzt. Die Umbettungen vom Friedhof Pier erfolgten zwischen Herbst 2008 und Winter 2011 überwiegend nach Langerwehe-Pier.
Am Hang parallel zum Grabhügel am Hochkreuz befinden sich die Kriegsgräber aus Altdorf und Inden.
Nicht alle Ehrengräber aus den Altorten bleiben nach den Umbettungen erhalten. Diejenigen, bei denen es keine Angehörigen mehr gab, wurden aufgegeben. Andere, wie die fünf Priester aus der Gruft der Pierer Kirche, wurden 2007 auf den neuen Friedhof in Inden/Altdorf umgebettet.





