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Sie haben den dreizehnten und letzten Punkt der Südroute des GeschichtsPfades in Inden/Altdorf gefunden. Dieser Punkt ist Teil eines Projektes in allen Orten der Gemeinde Inden. Wenn Sie näheres dazu wissen möchtet, finden Sie alles weitere HIER

Der GeschichtsPfad in Inden/Altdorf besteht insgesamt aus 22 Punkten, die Sie in zwei Rundgängen erleben können. Näheres dazu finden Sie HIER

Unten finden Sie Infos zum Standort. Über die nachstehenden Symbole sind diese Informationen in verschiedene Sprachen übersetzt, ebenso in „Leichter Sprache“ und in Audioversion.

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Gut Lützeler

Lage des Untersuchungsgebietes mit Grabungsflächen im Bereich der mittelalterlichen Grabungsplätze (schwarz)

Archäologische Untersuchungen (1991-1993) ergaben, dass der Umsiedlungs-standort Inden/Altdorf schon seit dem 1. bzw. 3. Jh. durch die Römer mit mehreren Unterbrechungen besiedelt gewesen ist. Zeitweise war das Gebiet weilerartig bebaut und bildete sich im 7. Jh. zu zwei Höfen (Gut Lützeler „A“ und „B“) zurück. Nur die Niederburg (= Burg im Flachland), der Adelssitz Lützeler, ist erhalten geblieben.

Der einst herrschaftliche Hof hat eine lange Geschichte und geht bis ins 14. Jh. zurück: Der Name Lützeler wird abgeleitet von seinem ehemaligen Inhaber, dem Junker Johann Vruntgin von Lutzelen. Die Schreibweise hat sich häufig verändert: Lützen – Lutzelen – Lützenich – Lutzenem – Lützeln.

Ab 1626 ist sie ziemlich einheitlich Lützeler, Lützler. Im Jahre 1393 erscheint Junker Johann Vruntgin von Lutzelen, der im Jahre 1398 seinen Hof zu Lucherberg an Carsilius von Palant zu Breidenbend verkauft. Er erwirbt gleichzeitig von Peter von Loyvenberg, Schöffe der Stadt Aachen, seiner Frau und deren Schwester ihren Hof zu Lutzeler. Sie scheinen dem Geschlecht der Vruntgin und damit dem Geschlecht Palandt angehört zu haben. Wie lange sie das Wirtschaftsgut besaßen, ist nicht bekannt. Die Besitzer wechselten häufig.

Gut Lützeler 1931 (Quelle: Landesarchiv NRW, RW 0229/Hansa Luftbild, Nr. 34806)

So ist Ende des 16. Jh. Bernard von Merode, Herr von Rummen, im Besitz der Rente. 1840 wird der Hof, der zur Gemeinde Langerwehe gehört, öffentlich versteigert. 1844 erwirbt die Familie Scheuer den Hof. Sie besitzt ihn bis zum Verkauf an Rheinbraun (heute RWE Power AG), um auf der einzigen zusammenhängenden nicht vom Tagebau beanspruchten Freifläche des Gemeindegebietes den heutigen Umsiedlungsstandort Inden/Altdorf entwickeln zu können.

In seinen Ursprüngen handelte es sich bei Haus Lützeler um einen rechteckig angelegten Wirtschaftshof aus dem 17.-18. Jh., der an drei Seiten von Gebäuden umschlossenen war.

Haus Lützeler 1931 (Quelle: Landesarchiv Duisburg, LA NRW R_RW_0229

Im Südwesten stand ein Herrenhaus aus dem 16. Jh., im Süden war der Hof nicht bebaut, sondern jenseits des Grabens befand sich ein Garten vorgelagert.

Der Hof wurde von breiten Wassergräben umgeben, so dass das Herrenhaus nur über zwei Zugbrücken erreicht werden konnte.

Im Mittelalter wurde der Komplex mit zwei weiteren Wassergräben im Abstand von 20m und 100m vom Hauptgraben ergänzt. Die äußeren Wassergräben wurden nach dem 2. Weltkrieg verfüllt.

Im 2. Weltkrieg wurde das Herrenhaus zerstört und nicht wieder aufgebaut; Haus Lützeler erlitt erhebliche Zerstörungen auch an den Wirtschaftsgebäuden.

Innenhof mit erkennbaren Kriegsschäden
Zerstörtes Herrenhaus vor dem Abriss

1990 wurde der Bereich um Haus Lützeler mit den Kirchen, der Grundschule, dem Kindergarten und dem Driesch zum sozial-kulturellen Zentrum des Umsiedlungsortes. Ende der 90er Jahre verkaufte Rheinbraun das unter Denkmalschutz stehende Anwesen an einen Projektentwickler, der es sanierte. Die Wirtschaftsgebäude wurden zu Eigenheimen, im Bereich des ehemaligen Herrenhauses entstanden neue Eigentumswohnungen.

Die ehemalige Gartenanlage wurde als Wohngebiet ausgewiesen (heutige Pumpengasse). Der ehemalige, den Garten umgebende verfüllte Wassergraben ist in seinem Verlauf durch eine Hecke entlang der Geuenicher Straße eine öffentliche Grünanlage und dadurch heute noch erkennbar.

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